Sind ja alle selber Schuld! Wie bitte?

Auf einer der Abschlußfahrten, die man so zum Saisonende mitmacht, habe ich einen Bikerkollegen darauf angesprochen, was es mit dem gelben Flatterband auf sich hat, daß an zwei seiner Maschinen befestigt war. Er erklärte es mir mit der Teilnahme an einer Benefizfahrt für Behinderte an der er regelmäßig teilnimmt. Ich äußerte meine Zustimmung zu solchen Projekten und erwiderte ihm, daß ich selbst am 11.10. an der 35. Gedenkfahrt des VCM Frankfurt teilgenommen habe. Für die, die es nicht wissen: Mit dieser Fahrt wird den tödlich verunglückten Motorradfahrern gedacht. Mehr dazu auf der verlinkten Seite des VCM. Darauf erhielt ich die recht barsche Antwort: „Bei so was mach ich ja nicht mit. Die sind doch alle selber Schuld, denen so was passiert“. Mir blieb da glatt die Spucke weg und ich konnte ihm wenigstens noch die Zustimmung dazu abringen, daß es doch wohl zutreffen würde, daß jeder Tote einer zuviel sei.

Im Nachhinein muß ich sagen, daß ich von dieser Aussage ziemlich entsetzt bin. Allein schon die Kurzsichtigkeit, allen verunglückten Motorradfahrern die Hauptschuld am tödlichen Ausgang eines Unfalls zu geben finde ich allerhand. Dies auch noch von einem langjährigen erfahrenen Motorradfahrer zu hören…

Naja. hoffentlich kommt er nie in eine Situation wo er feststellen muß, daß seine Aussage nicht stimmt. Für mich ist jeder tote Motorradfahrer – auch wenn er aufgrund eines eigenen Fehlers ums Leben kam – ein Grund zu trauern und traurig zu sein, denn auch sie hinterlassen Familie, Freunde und Kollegen, die ihn vermissen werden.

1 Gedanke zu “Sind ja alle selber Schuld! Wie bitte?

  1. Unglaublich!!!
    Egal ob mit Selbstverschulden, Fahrlässigkeit oder durch Fremdverschulden. Das muss nicht sein und gerade wir Motorradfahrer gehören ja oftmals zu denen, die aufs Korn genommen werden, weil man uns übersieht…

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